Ein Tag mit „wahren“ Highlights sollte es werden.
Entgegen aller Unkereien der Wetterfrösche kamen wir bei Sonnenschein in Hattingen an. Alle wollten sie die große Herausforderung annehmen und sich die erste Bootsgasse herunterstürzen. Um die Fotos zu machen, fuhr ich als erster. In die Reihenfolge unserer Gruppe mischten sich allerdings drei Leih – Canadier und zeigten, dass gute Einweisung und viel Übung eben nur durch solche ersetzt werden können. Die Armen wußten nicht, wieso sie am Ende der Gasse plötzlich nach rechts gezogen wurden und... das Ausleeren von Canadiern üben mußten. Immerhin haben sie bis zur Abrupten Trennung von Mensch und Material sichtlich ihren Spass gehabt.
Klar, unsere Gruppe nahm souverän diese Bootsgasse. Nur eine – Kirsten – kam plötzlich zu Fuss den Weg hinab. Beim Einsteigen war ihr das Paddel gebrochen.
Versuche, bei Gruppen auf der anderen Flussseite, ein Ersatzpaddel zu borgen, schlugen fehl, weil man auf solchen Bächen eigentlich nicht mit so etwas rechnet.
Kirsten nahm entgegen meiner Empfehlung die Herausforderung an und setzte unterhalb der Bootsgasse mit einem halben Paddel ein. Den folgenden Schwall und die beiden folgenden Bootsgassen nahm sie zweifelsohne mit Bravour.
Nach 8 km an der Pausenstelle vom Linden – Dahlhauser KC halfen die dortigen Sportskameraden zunächst mit einem Paddel aus. Kurz nach dem Wiedereinsetzen fing es an zu donnern. Nach wenigen hundert Metern entschied ich bei einsetzendem Platzregen und zunehmenden Donnern, die Tour abzubrechen und zurück zum gerade verlassenen Kanuklub zu fahren. Der Klub versprach mehr Schutz als die Fluss abwärts liegende Eisenbahnbrücke.
In der Grillhütte fanden wir Schutz vor dem Regen. André entschied sich, die Tour wegen einer privaten Verpflichtung komplett abzubrechen.
Der Regen ließ nach, die Vögel zwitscherten, und die leichte Schwüle wurde durch angenehmere, kühlere Temperaturen abgelöst. Die Entscheidung zur Weiterfahrt für den Rest der Strecke fiel mir sehr schwer. Ein Austausch mit meinem Vorgänger Horst Schmidt ließ mich dann - wie sich später herausstellte – die richtige Entscheidung fällen; eben weiterzufahren. Der Plan sah vor, zumindest die 4 km bis Essen – Steele zu paddeln, um wieder Anschluss an die S-Bahn zu bekommen. Die Sonne kam raus und machte weiteres Grübeln überflüssig. Kirsten brauchte dann doch nicht das geliehene Paddel, da André ihr seines überließ.
Die Natur hat wieder einmal bewiesen, dass sie am längeren Hebel sitzt. Es ist eine der großen Herausforderungen dieses Sportes, zu erkennen, wann dieser Hebel zu stark für einen wird. Diesmal hatten wir die Natur richtig eingeschätzt, und wohlbehalten trafen wir mit einiger Verspätung aber guter Laune in Kupferdreh ein.










